Vorstellung Kissar
Kissar, auch Kisra genannt, ist im Tschad und im Sudan als Alltagsbrot verbreitet und wird aus Sorghum- oder Hirsemehl hergestellt. Der Teig aus Mehl und Wasser fermentiert mehrere Stunden, wodurch er seinen charakteristischen leicht säuerlichen Geschmack bekommt. Auf einer heißen, dünn geölten Pfanne wird er hauchdünn ausgebacken, ähnlich wie ein Crêpe, nur mit deutlich kürzerer Backzeit pro Seite. Die fertigen Fladen werden gestapelt und warmgehalten, bis sie zusammen mit einer kräftigen Sauce serviert werden. Weil Sorghum von Natur aus glutenfrei ist, eignet sich Kissar auch für eine glutenfreie Küche.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Sorghummehl (Hirsemehl) – ersatzweise helles Hirsemehl oder Buchweizenmehl
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Prise Salz
- Etwas Öl zum Einfetten der Pfanne
Einkaufen der Zutaten
Sorghummehl finden Sie in afrikanischen Lebensmittelgeschäften, Bioläden oder online; ersatzweise eignet sich helles Hirsemehl oder Buchweizenmehl, das eine ähnliche Textur liefert. Da Kissar nur aus Mehl, Wasser und Salz besteht, sind kaum weitere Einkäufe nötig. Achten Sie auf feines, frisches Mehl, da es sich am besten zu einem glatten Teig verrühren lässt.
Vorbereitung des Gerichts
Verrühren Sie das Sorghummehl mit dem lauwarmen Wasser zu einem dünnflüssigen, klümpchenfreien Teig, ähnlich einem Pfannkuchenteig. Decken Sie die Schüssel mit einem Tuch ab und lassen Sie den Teig bei Zimmertemperatur 12-24 Stunden fermentieren, bis er leicht säuerlich riecht und kleine Bläschen wirft. Rühren Sie den fermentierten Teig vor dem Backen noch einmal gut durch.
Anleitung für die Zubereitung
- Eine große, flache Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen und dünn mit Öl einfetten.
- Eine Kelle des fermentierten Teigs in die Pfanne geben und durch Schwenken dünn verteilen, ähnlich wie bei einem Crêpe.
- Etwa 1-2 Minuten backen, bis die Oberfläche stumpf wird und sich der Rand leicht löst.
- Den Fladen vorsichtig wenden und wenige Sekunden auf der zweiten Seite backen.
- Fertige Fladen aufeinanderstapeln und mit einem Tuch warmhalten.
- Kissar warm zu einer würzigen Gemüse- oder Fleischsauce servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Kissar ist von Natur aus glutenfrei, da Sorghum und Hirse kein Gluten enthalten, und ebenso laktosefrei, da keine Milchprodukte verwendet werden. Achten Sie lediglich darauf, dass das verwendete Mehl nicht in einer Anlage verarbeitet wurde, die auch glutenhaltiges Getreide verarbeitet, falls eine strikte Glutenfreiheit erforderlich ist. So eignet sich Kissar hervorragend für Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Kissar ist von Haus aus ein veganes Grundnahrungsmittel, da es lediglich aus Mehl, Wasser und Salz besteht. Es sind keinerlei tierische Zutaten enthalten und keine Anpassungen nötig. Damit passt Kissar zu jeder pflanzlichen wie auch fleischhaltigen Sauce gleichermaßen gut.
Weitere Tipps und Tricks
Je länger der Teig fermentiert, desto ausgeprägter wird der säuerliche Geschmack – testen Sie, welche Fermentationszeit Ihnen am besten zusagt. Eine gut eingebrannte oder beschichtete Pfanne erleichtert das Wenden der hauchdünnen Fladen erheblich. Ein kleiner Rest des alten Teigs kann als „Starter“ für die nächste Fermentation verwendet werden, um den Prozess zu beschleunigen.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer den säuerlichen Geschmack milder mag, verkürzt die Fermentationszeit entsprechend. Die Dicke der Fladen lässt sich durch die Menge des in die Pfanne gegebenen Teigs variieren. Auch eine Prise Kreuzkümmel im Teig verleiht Kissar eine zusätzliche aromatische Note.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Ist Sorghummehl nicht erhältlich, können Sie ersatzweise Hirsemehl, Buchweizenmehl oder eine Mischung aus beidem verwenden. Für eine schnellere, nicht fermentierte Variante lässt sich der Teig auch sofort backen, wobei der typische säuerliche Geschmack dann fehlt. Wer es herzhafter mag, rührt eine Prise gemahlenen Kreuzkümmel unter.
Ideen für passende Getränke
Zu Kissar passt traditionell ein süßer Hibiskustee (Bissap) oder ein Glas frisches Wasser mit Minze. Wer es kräftiger mag, reicht dazu einen starken, gezuckerten schwarzen Tee. Auch ein kühles Ingwerbier ergänzt die würzigen Saucen, zu denen Kissar gereicht wird, angenehm.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Stapeln Sie die dünnen Fladen auf einem großen Teller und decken Sie sie mit einem sauberen Tuch ab, damit sie warm und geschmeidig bleiben. Reichen Sie dazu die Sauce in einer separaten Schüssel, aus der jeder sich bedienen kann. Traditionell wird Kissar mit den Händen gerissen und zum Auftunken der Sauce verwendet.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Kissar zählt zu den ältesten Broten der Sahelzone und ist besonders im Tschad und im benachbarten Sudan (dort als Kisra bekannt) tief in der Alltagskultur verwurzelt. Die Fermentation des Teigs diente ursprünglich der besseren Haltbarkeit und Verdaulichkeit des Getreides und ist bis heute fester Bestandteil der Zubereitung. Als tägliches Grundnahrungsmittel begleitet Kissar Mahlzeiten in nahezu jedem Haushalt und zeigt die enge Verbindung zwischen Getreideanbau und Kochtradition in der Region.
Weitere Rezeptvorschläge
- Boule (Pâte) – fester Hirse- oder Maisbrei als Beilage zu Saucen.
- Daraba – ein Gemüse-Erdnuss-Eintopf mit Blattgemüse.
- Kanda
- Kichiri
- Fritters de Mil
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Zusammenfassung: Kissar
Kissar ist ein fermentiertes, hauchdünnes Fladenbrot aus Sorghum- oder Hirsemehl, glutenfrei und mit leicht säuerlichem Geschmack. Es dient als Beilage zu würzigen Saucen und Eintöpfen. Für den typischen Geschmack braucht der Teig mehrere Stunden Fermentationszeit, die sich nicht abkürzen lässt.
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