Sternanis ist die getrocknete, sternförmige Frucht eines immergrünen Baums aus Südchina und Nordvietnam. Er schmeckt süßlich nach Anis und Lakritz und würzt Brühen, Schmorgerichte und Wintergetränke. In der chinesischen Fünf-Gewürze-Mischung ist er ein fester Bestandteil.

Was ist Sternanis?
Sternanis stammt vom Baum Illicium verum, der in Südchina und Nordvietnam wächst und dort auch angebaut wird. Die Früchte werden vor der Reife geerntet und in der Sonne getrocknet. Dabei färben sie sich rotbraun und verholzen. Ein Stern hat meist acht Zacken, in jeder steckt ein glänzender, brauner Samen. Mit Anis ist Sternanis botanisch nicht verwandt. Beide enthalten aber viel Anethol, deshalb schmecken sie ähnlich. Sternanis schmeckt dabei kräftiger, leicht bitter und holzig. Vorsicht gilt beim Japanischen Sternanis, Illicium anisatum. Er sieht fast gleich aus, ist aber giftig und gehört nicht in die Küche.
Geschmack und Verwendung
Sternanis schmeckt warm, süßlich und nach Lakritz. Sein Aroma geht langsam in Flüssigkeit über und braucht deshalb lange Garzeiten. In der vietnamesischen Pho Bo zieht er zusammen mit Zimt, Nelken und geröstetem Ingwer mehrere Stunden in der Rinderbrühe. In China gehört er in rot geschmorte Gerichte wie Hong Shao Rou und in die Marinade für Tea Eggs. In Deutschland kennen ihn die meisten aus Glühwein, Punsch und Pflaumenkompott. Dosieren Sie sparsam. Für einen Liter Brühe reichen ein bis zwei Sterne, mehr macht das Gericht schnell medizinisch. Nehmen Sie die Sterne vor dem Servieren heraus, denn sie werden auch nach Stunden nicht weich.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Ganze Sterne finden Sie im Supermarkt im Gewürzregal, deutlich günstiger in Asia-Läden in Beuteln zu 50 oder 100 Gramm. Kaufen Sie möglichst ganze, unzerbrochene Sterne mit kräftig rotbrauner Farbe. Riechen sie kaum noch nach Anis, sind sie alt. Gemahlenen Sternanis gibt es auch, er verliert sein Aroma aber schnell. Kaufen Sie bei Händlern, die Herkunft und botanischen Namen angeben, da der giftige Japanische Sternanis optisch kaum zu unterscheiden ist.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Bewahren Sie Sternanis in einem fest schließenden Glas an einem dunklen, trockenen Ort auf, nicht direkt über dem Herd. Ganze Sterne bleiben so etwa zwei Jahre aromatisch. Gemahlener Sternanis lässt schon nach einigen Monaten nach. Zerbrechen Sie die Sterne deshalb erst kurz vor dem Kochen oder mahlen Sie nur die Menge, die Sie gerade brauchen.
Womit kann man Sternanis ersetzen?
Für einen ganzen Stern nehmen Sie etwa einen halben Teelöffel Anissamen. Das Aroma ist ähnlich, aber milder und weniger holzig. Für Brühen binden Sie die Samen in ein Teesäckchen, damit Sie sie später leicht herausholen. Fenchelsamen in gleicher Menge gehen ebenfalls, schmecken aber grüner. In chinesischen Schmorgerichten können Sie einen Stern durch einen viertel Teelöffel Fünf-Gewürze-Pulver ersetzen, das bereits Sternanis enthält.
Rezepte mit Sternanis
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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