Agavendicksaft, auch Agavensirup genannt, ist ein eingedickter Pflanzensaft aus Agaven, die vor allem in Mexiko wachsen. Er süßt etwas stärker als Zucker, löst sich auch in kalten Getränken und wird oft als veganer Ersatz für Honig verwendet.

Was ist Agavendicksaft?
Agaven sind Wüstenpflanzen mit dicken, stacheligen Blättern. Für den Sirup nutzt man vor allem die Blaue Agave, aus der auch Tequila gebrannt wird, und andere Arten. Nach mehreren Jahren Wachstum schneiden die Bauern die Blätter ab und ernten das dicke Herz der Pflanze, die piña. Aus ihm wird der Saft gepresst oder gezapft. Er enthält zunächst vor allem Inulin, einen Mehrfachzucker. Durch Erhitzen oder mit Enzymen wird das Inulin in Einfachzucker gespalten, danach dickt man den Saft ein. Das Ergebnis besteht zum größten Teil aus Fruchtzucker. Deshalb süßt Agavendicksaft kräftiger als Haushaltszucker. Mit dem traditionellen mexikanischen Aguamiel, dem frischen Agavensaft, hat das industrielle Produkt nur noch den Ursprung gemeinsam.
Geschmack und Verwendung
Heller Agavendicksaft schmeckt fast neutral süß, die dunkle Sorte hat eine leichte Karamellnote. Weil er flüssig ist und sich sofort löst, eignet er sich gut für kalte Getränke wie Hibiskustee aus Fiji, Limonaden und Smoothies. Zum Fruchtsalat passt er besser als Zucker, der in kaltem Limettensaft nur schwer schmilzt, so beim Tropical Fruit Salad aus Guyana. In vielen Rezepten ersetzt er Honig, wenn das Gericht vegan sein soll, etwa im Stuttgarter Hutzelbrot. Beim Backen bräunt Teig mit Agavendicksaft schneller, hier hilft es, die Temperatur um etwa 10 bis 20 Grad zu senken. Für Karamell und Krokant ist er ungeeignet, er wird nicht fest.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Agavendicksaft steht in jedem Supermarkt und in Drogeriemärkten bei Honig und Sirup, oft auch als Bio-Ware. Es gibt helle und dunkle Sorten, für Getränke und Desserts reicht die helle. Achten Sie auf 100 Prozent Agavendicksaft ohne zugesetzten Glukosesirup. Die Herkunft steht meist auf dem Etikett, das meiste stammt aus Mexiko. Bio-Ware ist kaum teurer und eine gute Wahl, wenn Sie wissen möchten, wie die Agaven angebaut wurden.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Verschlossen hält Agavendicksaft sehr lange, oft zwei Jahre und mehr. Nach dem Öffnen bleibt er bei Zimmertemperatur im Schrank gut, der Kühlschrank ist nicht nötig. Anders als Honig kristallisiert er kaum. Wischen Sie den Flaschenhals nach Gebrauch ab, sonst klebt der Deckel fest.
Womit kann man Agavendicksaft ersetzen?
Ahornsirup ersetzt Agavendicksaft im Verhältnis 1:1 und ist ebenfalls vegan, schmeckt aber deutlicher nach Karamell. Honig funktioniert auch 1:1, wenn das Gericht nicht vegan sein muss. Für Getränke können Sie Zuckersirup anrühren: 120 g Zucker in 60 ml heißem Wasser auflösen und abkühlen lassen, davon nehmen Sie etwas mehr als vom Agavendicksaft. Reissirup süßt schwächer, rechnen Sie etwa ein Drittel mehr.
Rezepte mit Agavendicksaft
- Banana Taro Mash (Tuvalu)
- Semsemia (Ägypten)
- Gâteau de Patate Douce (Togo)
- Glühwein (Deutschland)
- Shrikhand (Indien)
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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