Vorstellung Zimtschnecken
Zimtschnecken sind ein süßes Hefegebäck aus lockerem, leicht gezuckertem Teig, der dünn ausgerollt, mit einer Mischung aus weicher Butter, Zucker und reichlich Zimt bestrichen und anschließend zu einer Rolle aufgewickelt wird. Aus dieser Rolle schneidet man Scheiben, die vor dem Backen noch einmal ruhen dürfen und danach goldbraun und duftend aus dem Ofen kommen. Typisch schwedisch ist die Zugabe von gemahlenem Kardamom in den Teig, der den Schnecken eine feine, leicht zitrusartige Würze verleiht, die sie von anderen Zimtschnecken-Varianten unterscheidet. Bestreut mit Hagelzucker oder Perlzucker, sind sie das Herzstück jeder schwedischen Kaffeetafel.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Weizenmehl
- 125 ml Milch, lauwarm
- 15 g frische Hefe (oder 5 g Trockenhefe)
- 40 g Zucker
- 50 g weiche Butter (für den Teig)
- 1 TL gemahlener Kardamom
- 1 Prise Salz
- 40 g weiche Butter (für die Füllung)
- 30 g Zucker (für die Füllung)
- 2 TL gemahlener Zimt
- 1 Eigelb zum Bestreichen
- Hagelzucker oder Perlzucker zum Bestreuen
Einkaufen der Zutaten
Die meisten Zutaten für Zimtschnecken finden Sie in jedem gut sortierten Supermarkt: Mehl, Zucker, Butter und Zimt gehören zur Grundausstattung. Etwas schwieriger zu bekommen ist gemahlener Kardamom, der jedoch in Bio-Läden, türkischen oder skandinavischen Feinkostgeschäften sowie online zuverlässig erhältlich ist – er lohnt sich, denn er macht den typisch schwedischen Geschmack aus. Frische Hefe bekommen Sie meist kostenlos oder günstig an der Backwarentheke, alternativ funktioniert Trockenhefe genauso gut. Achten Sie beim Perlzucker darauf, groben, hitzestabilen Hagelzucker zu wählen, damit er beim Backen nicht schmilzt.
Vorbereitung des Gerichts
Bevor es losgeht, sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben, besonders die Butter, damit sie sich leicht verstreichen lässt. Lösen Sie die Hefe in der lauwarmen Milch auf und lassen Sie sie kurz anspringen, bis sich kleine Bläschen bilden. Verkneten Sie anschließend Mehl, Zucker, Kardamom, Salz, die aufgelöste Hefe und die weiche Butter zu einem glatten, elastischen Teig – von Hand etwa 10 Minuten oder mit der Küchenmaschine 5 Minuten. Der Teig braucht danach etwa eine Stunde an einem warmen Ort, um sich zu verdoppeln, bevor er ausgerollt und gefüllt werden kann.
Anleitung für die Zubereitung
- Den gegangenen Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck von etwa 30×40 cm ausrollen.
- Die weiche Butter gleichmäßig auf dem Teig verstreichen, dann mit der Mischung aus Zucker und Zimt bestreuen.
- Den Teig von der langen Seite her fest aufrollen und die Rolle in etwa 12 gleich breite Scheiben schneiden.
- Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben in Papierförmchen oder auf ein Backblech setzen.
- Zugedeckt weitere 30-40 Minuten gehen lassen, bis die Schnecken sichtbar aufgegangen sind.
- Mit verquirltem Eigelb bestreichen und großzügig mit Hagelzucker bestreuen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 10-12 Minuten goldbraun backen.
- Auf einem Gitter etwas abkühlen lassen und noch lauwarm servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Klassische Zimtschnecken enthalten sowohl Gluten aus dem Weizenmehl als auch Laktose aus Milch und Butter, sind also weder glutenfrei noch laktosefrei. Für eine glutenfreie Variante können Sie eine glutenfreie Mehlmischung mit Bindemittel wie Guarkernmehl verwenden, wobei der Teig meist etwas klebriger bleibt und vorsichtiger verarbeitet werden sollte. Für laktosefreie Zimtschnecken ersetzen Sie Milch durch pflanzliche Alternativen wie Hafer- oder Mandelmilch und die Butter durch laktosefreie Margarine oder pflanzliche Butter – der Geschmack bleibt dabei erstaunlich nah am Original.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Zimtschnecken sind von Natur aus vegetarisch und lassen sich mit wenigen Anpassungen leicht vegan gestalten. Ersetzen Sie die Milch durch Hafer- oder Sojamilch, die Butter durch pflanzliche Margarine und verzichten Sie auf das Eigelb zum Bestreichen – stattdessen können Sie die Schnecken mit etwas Pflanzenmilch oder Ahornsirup bestreichen, um den goldenen Glanz zu erhalten. Der Geschmack von Kardamom und Zimt bleibt bei der veganen Variante voll erhalten, sodass niemand einen Unterschied bemerken wird.
Weitere Tipps und Tricks
Für besonders saftige Zimtschnecken sollten Sie den Teig nicht zu lange backen – schon zwei Minuten zu viel im Ofen lassen ihn trocken werden. Ein kleiner Trick der schwedischen Bäckerinnen: Nach dem Backen die noch warmen Schnecken mit einem Zuckersirup aus Wasser und Zucker bepinseln, das hält sie länger frisch und gibt zusätzlichen Glanz. Wer den Teig am Vorabend zubereitet und über Nacht im Kühlschrank gehen lässt, kann morgens frisch gebackene Zimtschnecken zum Frühstück servieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wenn Sie es weniger süß mögen, können Sie die Zuckermenge in Teig und Füllung um etwa ein Drittel reduzieren, ohne dass die Textur leidet. Liebhaber von intensiveren Aromen fügen der Füllung eine Prise Orangenschale oder etwas geriebene Muskatnuss hinzu. Für größere Portionen lässt sich das Rezept problemlos verdoppeln oder verdreifachen, und die fertigen Schnecken lassen sich hervorragend einfrieren und bei Bedarf im Ofen wieder aufbacken.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Fehlt Ihnen gemahlener Kardamom, können Sie ihn notfalls weglassen oder durch eine kleine Menge Zimt und einen Hauch geriebene Orangenschale ersetzen, auch wenn der typisch schwedische Geschmack dann etwas verloren geht. Statt frischer Hefe eignet sich genauso gut Trockenhefe im Verhältnis etwa 1:3. Braunen Zucker können Sie in der Füllung anstelle von weißem Zucker verwenden, das verleiht den Schnecken eine leicht karamellige Note und dunklere Farbe.
Ideen für passende Getränke
Zu Zimtschnecken passt klassisch ein starker, schwarzer Filterkaffee, wie er in Schweden zur täglichen Fika getrunken wird – die leichte Bitterkeit balanciert die Süße des Gebäcks perfekt aus. Alternativ schmeckt auch ein milder Schwarztee oder ein Glutwein-ähnlicher Winterpunsch hervorragend dazu, besonders in der kalten Jahreszeit. Für Kinder oder als alkoholfreie Variante eignet sich warme Milch mit einem Hauch Zimt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie die Zimtschnecken am besten auf einem rustikalen Holzbrett oder in einem großen, flachen Korb, ausgelegt mit einem karierten Küchentuch – das unterstreicht ihren gemütlichen, skandinavischen Charakter. Ein Häufchen zusätzlichen Perlzuckers und ein paar Kardamomkapseln als Dekoration daneben machen optisch etwas her. Frisch gebacken und noch leicht dampfend wirken die Schnecken am appetitlichsten, deshalb sollten sie möglichst zeitnah zum Servieren fertiggebacken werden.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Zimtschnecke, auf Schwedisch Kanelbulle, entstand in den 1920er-Jahren, als Zimt und Zucker durch den globalen Handel erschwinglicher wurden und in schwedischen Haushalten zum Backen genutzt werden konnten. Seither ist sie untrennbar mit der schwedischen Kaffeepausen-Kultur, der „Fika“, verbunden – einem festen sozialen Ritual, bei dem man innehält, um gemeinsam Kaffee zu trinken und etwas Süßes zu essen. So bedeutend ist das Gebäck, dass Schweden seit 1999 jährlich am 4. Oktober den „Kanelbullens dag“, den Tag der Zimtschnecke, feiert.
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Zusammenfassung: Zimtschnecken
Zimtschnecken sind das perfekte Beispiel dafür, wie aus wenigen einfachen Zutaten durch Sorgfalt und die richtige Gewürzmischung ein unvergessliches Gebäck entsteht. Mit ihrem lockeren Hefeteig, der würzigen Zimt-Kardamom-Füllung und dem goldbraunen Glanz sind sie weit mehr als ein süßer Snack – sie sind ein Stück gelebte schwedische Gemütlichkeit, das sich mit etwas Geduld auch in jeder deutschen Küche nachbacken lässt.
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