
Vorstellung Falaffel
Falaffel sind kleine, frittierte Bällchen oder Küchlein aus pürierten rohen Kichererbsen, die mit frischer Petersilie, Koriander, Knoblauch, Zwiebel und einer würzigen Mischung aus Kreuzkümmel und Koriandersamen verfeinert werden. Anders als viele glauben, werden für authentische Falaffel keine gekochten, sondern über Nacht eingeweichte rohe Kichererbsen verwendet, was ihnen ihre charakteristische, luftig-lockere Textur im Inneren verleiht. In Jordanien gehören Falaffel zu den beliebtesten Snacks überhaupt und werden an nahezu jeder Straßenecke frisch frittiert und heiß in Fladenbrot serviert. Die tiefgrüne Farbe im Inneren, die von der reichlichen Menge frischer Kräuter stammt, ist dabei ein untrügliches Qualitätsmerkmal.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 200 g getrocknete Kichererbsen (über Nacht eingeweicht, nicht gekocht)
- 1/2 Zwiebel, grob gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Bund glatte Petersilie
- 1/2 Bund frischer Koriander
- 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL gemahlener Koriandersamen
- 1/2 TL Backpulver
- 1/2 TL Chiliflocken (optional)
- Salz und schwarzer Pfeffer
- Neutrales Pflanzenöl zum Frittieren
- 2 EL Sesam (optional, zum Wenden)
Einkaufen der Zutaten
Für gelungene Falaffel ist es entscheidend, getrocknete Kichererbsen zu verwenden und nicht die vorgekochten aus der Dose, da diese zu weich sind und die Masse beim Frittieren zerfällt. Getrocknete Kichererbsen finden Sie in jedem Supermarkt oder Asia-/Türkeiladen, wo sie meist auch günstiger sind. Frische Petersilie und Koriander sollten kräftig grün und knackig sein, welke Kräuter mindern das Aroma spürbar. Kreuzkümmel und Koriandersamen kaufen Sie idealerweise als ganze Samen und mahlen sie frisch, das intensiviert das Aroma erheblich gegenüber bereits gemahlenen Gewürzen aus dem Glas.
Vorbereitung des Gerichts
Weichen Sie die Kichererbsen mindestens 12, besser 18-24 Stunden in reichlich kaltem Wasser ein, sie verdoppeln dabei etwa ihr Volumen. Gießen Sie die eingeweichten Kichererbsen vor der Verarbeitung gründlich ab und lassen Sie sie in einem Sieb gut abtropfen, überschüssige Feuchtigkeit würde die Masse später zu weich machen. Zupfen Sie die Blätter von Petersilie und Koriander, grobe Stiele können Sie mitverwenden, sofern sie nicht zu holzig sind. Halten Sie eine kleine Schüssel mit Wasser bereit, um die Hände beim Formen der Bällchen immer wieder zu befeuchten, das erleichtert die Arbeit deutlich.
Anleitung für die Zubereitung
- Abgetropfte Kichererbsen, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Koriander in einer Küchenmaschine grob zerkleinern, bis eine krümelige, aber noch nicht glatte Masse entsteht.
- Kreuzkümmel, Koriandersamen, Chiliflocken, Salz und Pfeffer einarbeiten.
- Backpulver unterheben und die Masse mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Aus der Masse kleine, walnussgroße Kugeln oder flache Küchlein formen.
- Bei Bedarf jede Falaffel leicht in Sesam wenden.
- Öl in einem Topf auf etwa 175 °C erhitzen.
- Falaffel portionsweise etwa 3-4 Minuten goldbraun frittieren, bis sie außen knusprig sind.
- Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und warm servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Klassische Falaffel sind von Natur aus glutenfrei und laktosefrei, da sie ausschließlich aus Kichererbsen, Kräutern, Gewürzen und Öl bestehen, es wird kein Mehl als Bindemittel benötigt, das Backpulver und die grob-krümelige Konsistenz reichen völlig aus, damit die Bällchen zusammenhalten. Achten Sie lediglich beim Servieren darauf, glutenfreies Fladenbrot zu verwenden, falls Sie empfindlich reagieren, da das klassische Pitabrot Weizenmehl enthält. Die typische Tahini-Sauce auf Sesambasis ist ebenfalls von Natur aus frei von Gluten und Laktose.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Falaffel sind in ihrer klassischen Form bereits zu hundert Prozent vegan, da sie ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten bestehen, Vegetarier und Veganer müssen am Rezept also überhaupt nichts ändern. Achten Sie beim Fladenbrot darauf, dass es ohne Milchprodukte gebacken wurde, was bei traditionellem Pitabrot meist ohnehin der Fall ist. Auch die klassischen Beilagen wie Tahini-Sauce, eingelegtes Gemüse und frischer Salat sind allesamt rein pflanzlich, sodass sich ein komplett veganes Falaffel-Gericht ganz ohne Ersatzzutaten zusammenstellen lässt.
Weitere Tipps und Tricks
Verwenden Sie unbedingt eingeweichte, rohe Kichererbsen und keine gekochten aus der Dose, dieser eine Punkt entscheidet über Erfolg oder Misserfolg des ganzen Rezepts, da gekochte Kichererbsen zu viel Feuchtigkeit enthalten und die Falaffel beim Frittieren auseinanderfallen. Lassen Sie die fertige Masse unbedingt mindestens 30 Minuten kühl ruhen, das erleichtert das Formen erheblich und sorgt für stabilere Bällchen. Prüfen Sie die Öltemperatur mit einem kleinen Testklecks Teig, steigt er sofort mit feinen Bläschen auf, ist das Öl bereit. Zu heißes Öl verbrennt die Falaffel außen, bevor sie innen gar sind, zu kaltes Öl saugt sich mit Fett voll und macht sie schwer.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es milder mag, lässt die Chiliflocken einfach weg, ohne dass darunter das Grundaroma leidet. Für eine intensivere Kräuternote lässt sich der Anteil an Petersilie und Koriander problemlos erhöhen, was den Falaffeln eine noch kräftigere grüne Farbe verleiht. Freunde von etwas Textur können grob gehackte geröstete Pinienkerne unter die Masse mischen. Statt zu frittieren, lassen sich die Falaffel auch im Ofen bei 200 °C für etwa 20-25 Minuten backen, wobei sie dann etwas weniger knusprig, dafür fettärmer ausfallen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Fehlt Ihnen frischer Koriander oder mögen Sie ihn nicht, lässt er sich vollständig durch zusätzliche Petersilie ersetzen, ohne dass das Ergebnis darunter leidet. Anstelle von Chiliflocken funktioniert auch eine Prise Cayennepfeffer oder etwas Harissa-Paste für zusätzliche Schärfe. Sollten getrocknete Kichererbsen einmal nicht rechtzeitig verfügbar sein, können Sie ersatzweise getrocknete dicke Bohnen (Fava-Bohnen) verwenden, wie es im benachbarten Ägypten für „Ta’ameya“ üblich ist, das Ergebnis schmeckt dann allerdings etwas anders. Backpulver lässt sich bei Bedarf durch eine Prise Natron ersetzen.
Ideen für passende Getränke
Zu Falaffel passt hervorragend ein kühles Glas Ayran oder ein frischer Joghurt-Minze-Drink, dessen Säure die würzige Kräuternote der Falaffel schön ausbalanciert. Wer es fruchtig mag, greift zu frisch gepresstem Limonensaft mit Minze, der auch in Jordanien ein beliebter Begleiter zu herzhaften Speisen ist. Auch ein leichter Pfefferminztee, heiß oder kalt serviert, passt traditionell gut zu diesem Gericht.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie die Falaffel klassisch in aufgeschnittenem, warmem Fladenbrot zusammen mit Tahini-Sauce, fein geschnittenem Salat, eingelegten Gurken und einer Scheibe Tomate. Alternativ lassen sich die Bällchen auch appetitlich auf einer Platte anrichten, mit Tahini beträufelt und mit frischen Kräutern sowie Granatapfelkernen bestreut, deren leuchtend rote Farbe einen schönen Kontrast zum goldbraunen Frittiertem bildet. Ein kleines Schälchen Tahini-Sauce zum Dippen daneben rundet die appetitliche Präsentation ab.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die genaue Herkunft der Falaffel ist bis heute umstritten und wird zwischen Ägypten und der Levante-Region diskutiert, in der Jordanien liegt, vermutlich entstand das Gericht als günstige, sättigende Proteinquelle für die einfache Bevölkerung, bei der Fleisch ein seltener Luxus war. In Jordanien und den Nachbarländern etablierten sich Falaffel spätestens im 20. Jahrhundert als fester Bestandteil der Straßenküche und wurden zu einem der wichtigsten Frühstücks- und Mittagssnacks überhaupt. Heute sind Falaffel weit über die arabische Welt hinaus bekannt und gelten international als eines der bekanntesten Symbole vegetarischer beziehungsweise veganer Küche aus dem Nahen Osten, obwohl ihr Ursprung lange vor der modernen Diskussion um pflanzliche Ernährung liegt.
Weitere Rezeptvorschläge
Noch mehr Ideen: 130 weitere Rezepte aus Jordanien entdecken.
Zusammenfassung: Falaffel
Falaffel beweisen eindrucksvoll, wie aus einer einzigen Hülsenfrucht mit frischen Kräutern und wenigen Gewürzen ein unwiderstehlich knuspriges, würziges Gericht entsteht, das von Natur aus glutenfrei, laktosefrei und vollständig vegan ist. Mit dem richtigen Umgang mit eingeweichten Kichererbsen und der passenden Öltemperatur gelingt dieses jordanische Straßengericht auch zu Hause hervorragend. Ob im warmen Fladenbrot mit Tahini-Sauce oder als appetitliche Platte mit frischem Gemüse, Falaffel bringen echten Levante-Genuss auf jeden Tisch.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.




