Rosenwasser ist ein wässriges Destillat aus Rosenblüten, klar und intensiv nach Rose duftend. In Iran, im arabischen Raum, in der Türkei und in Indien parfümiert es Sirup, Milchpudding und Gebäck. Schon wenige Tropfen reichen.

Was ist Rosenwasser?
Für Rosenwasser werden frische Rosenblüten, meist von der Damaszener Rose, mit Wasserdampf destilliert. Dabei entsteht ätherisches Rosenöl, das sich oben absetzt, und darunter ein duftendes Wasser, das Hydrolat. Dieses Wasser ist das Rosenwasser. Es enthält nur sehr wenig Öl, deshalb ist es klar und mild genug zum Kochen. Für ein Kilogramm Rosenöl werden mehrere Tonnen Blüten destilliert, Rosenwasser fällt dabei in großen Mengen an. Wichtige Anbaugebiete liegen in Iran rund um Kaschan, wo die Rosenernte im Frühjahr mit einem Fest gefeiert wird, in Bulgarien im Rosental bei Kasanlak und in der Türkei in der Provinz Isparta. Hochwertiges Rosenwasser besteht nur aus destilliertem Rosenblütenwasser ohne weitere Zusätze.
Geschmack und Verwendung
Rosenwasser riecht stark nach frischen Rosen und schmeckt leicht blumig, ohne Süße. In der Küche dosieren Sie es tropfen- oder teelöffelweise. Zu viel schmeckt schnell nach Seife. Im indischen Gulab Jamun aromatisiert es den Zuckersirup, in dem die frittierten Teigbällchen ziehen. Der libanesische Milchpudding Mouhalabieh bekommt einen Schuss Rosenwasser, ebenso das aserbaidschanische Firni aus Reismehl und Milch. In der Türkei, auf dem Balkan und im Nahen Osten gehört es in Lokum und häufig in den Sirup für Baklava und Kunafa. Geben Sie es möglichst am Ende der Garzeit oder in den abgekühlten Sirup, da Hitze den Duft schwächt.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Rosenwasser für die Küche gibt es in türkischen, persischen, arabischen und indischen Lebensmittelgeschäften, meist in Flaschen zu 250 oder 500 Millilitern. Manche Supermärkte und Drogerien führen es ebenfalls. Achten Sie darauf, dass es ausdrücklich als Lebensmittel verkauft wird. Kosmetisches Rosenwasser kann Konservierungsstoffe enthalten. In der Zutatenliste sollte nur Rosenwasser oder Rosenblütendestillat stehen, keine Aromen. Duftet das Wasser nach Parfüm statt nach Blüten, ist meist Aroma im Spiel.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Lagern Sie Rosenwasser kühl und dunkel, da Licht und Wärme den Duft abbauen. Nach dem Öffnen stellen Sie die Flasche am besten in den Kühlschrank und verbrauchen sie innerhalb einiger Monate. Wird das Wasser trüb, flockig oder riecht es muffig statt nach Rosen, werfen Sie es weg.
Womit kann man Rosenwasser ersetzen?
Der naheliegende Ersatz ist Orangenblütenwasser in gleicher Menge. Es kommt aus derselben Küchentradition, schmeckt aber nach Bitterorangenblüte statt nach Rose. In Milchpudding und Sirup passt es gut. Wer beides nicht hat, nimmt für 1 TL Rosenwasser einen Tropfen natürliches Rosenaroma in einem Teelöffel Wasser, vorsichtig dosiert. Ohne Blütenaroma kann ein Hauch Vanille oder gemahlener Kardamom helfen. Das Gericht schmeckt dann anders, bleibt aber stimmig.
Rezepte mit Rosenwasser
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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