Chiasamen sind die kleinen Samen einer Salbeiart aus Mexiko und Mittelamerika. In Flüssigkeit bilden sie eine gelartige Hülle und binden ein Vielfaches ihres Gewichts. Das macht sie zur Grundlage für Chiapudding und zu einem Ei-Ersatz in der veganen Küche.

Was sind Chiasamen?
Chia (Salvia hispanica) ist ein Lippenblütler und gehört zur Gattung Salbei. Die Pflanze stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Azteken und andere Völker Mesoamerikas bauten sie schon vor der spanischen Eroberung an und nutzten die Samen als Nahrung und für Öl. Der Name stammt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken. Nach der Eroberung brach der Anbau ein und Chia geriet weitgehend in Vergessenheit. Heute wird Chia unter anderem in Mexiko, Bolivien, Argentinien, Peru und Australien angebaut. Die Samen sind etwa ein bis zwei Millimeter groß, grau gesprenkelt oder weiß. Sie enthalten viele Ballaststoffe, Eiweiß und Fett mit einem hohen Anteil an Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure. In der EU wurden sie 2009 als neuartiges Lebensmittel zugelassen, zunächst nur für Brot, später auch für weitere Lebensmittel.
Geschmack und Verwendung
Chiasamen schmecken fast nach nichts, höchstens leicht nussig. Ihren Wert haben sie durch die Konsistenz. Für einen Chiapudding verrühren Sie 3 EL Samen mit 200 ml Milch oder Pflanzendrink, rühren nach 10 Minuten noch einmal um, damit keine Klumpen bleiben, und lassen alles mindestens 2 Stunden im Kühlschrank quellen. Als Ei-Ersatz mischen Sie 1 EL Chiasamen mit 3 EL Wasser und warten 15 Minuten. Das bindet Pfannkuchen, Muffins und Bratlinge, etwa vegane marokkanische Fritters. Trocken geben sie Brot, Müsli und Joghurt etwas Biss, ein Löffel davon passt auch in finnischen Haferbrei. In Mexiko und Mittelamerika rührt man sie in Limonade, das Getränk heißt dort Chía fresca. Trinken Sie zu trockenen Samen ausreichend, denn sie quellen auch im Magen.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Chiasamen bekommen Sie in Supermärkten, Drogerien und Bioläden, meist in Beuteln zu 200 bis 500 g. Schwarze und weiße Samen unterscheiden sich kaum im Nährwert, die weißen fallen in hellem Pudding weniger auf. Gute Ware riecht neutral und enthält keine Bruchstücke oder Steinchen. Ein ranziger, öliger Geruch zeigt, dass das Fett oxidiert ist. Bio-Siegel und Herkunftsangabe helfen bei der Auswahl, denn Chiasamen werden fast immer aus Übersee importiert.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Ganze, trockene Chiasamen halten in einem gut schließenden Glas an einem kühlen, dunklen Ort ohne Weiteres zwei Jahre. Gemahlene Samen werden schneller ranzig und gehören in den Kühlschrank. Gequollene Chiasamen und fertiger Chiapudding bleiben im Kühlschrank drei bis vier Tage gut.
Womit kann man Chiasamen ersetzen?
Als Ei-Ersatz funktionieren geschrotete Leinsamen genauso. 1 EL Leinsamenschrot mit 3 EL Wasser verrühren und 10 Minuten stehen lassen. Für Pudding und Overnight Oats eignen sich Flohsamenschalen, davon reicht 1 TL auf 200 ml Flüssigkeit, da sie stärker binden. Auch Haferflocken quellen über Nacht, ergeben aber einen breiigeren Pudding. Im Brot oder Müsli lassen sich Chiasamen durch die gleiche Menge Sesam oder Leinsamen ersetzen.
Rezepte mit Chiasamen
- Wild Blueberry Cake
- Ananas-Kokos-Smoothie
- Coconut Tapioca Pudding
- Skyrkaka
- Bananenbrot mit Baobab
- Soursop Juice
- Pönnukökur
- Avocado and Coconut Smoothie
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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