Vorstellung Matango Drink
In Kamerun ist Matango weit mehr als ein Erfrischungsgetränk, er gehört zum festen Ablauf von Beerdigungen, Hochzeiten und Dorffesten, wo er reihum aus Kalebassen getrunken wird. Palmwein-Zapfer klettern für die Ernte auf die Palmen und lassen den Saft direkt am Stamm auffangen, oft schon am frühen Morgen, damit er noch am selben Tag verkauft werden kann. Frisch gezapft schmeckt der Saft mild und kaum alkoholisch, nach ein bis zwei Tagen Gärung wird er spritziger, herber und deutlich stärker. Die Hausvariante mit Wasser, Palmzucker und Champagnerhefe kommt diesem Wandel nahe, auch wenn Duft und Tiefe des frischen Palmsafts sich nicht eins zu eins übertragen lassen. Zwei bis drei Tage Geduld für die Gärung braucht es, sonst kaum Aufwand.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 1 l Wasser
- 150 g Palmzucker (ersatzweise Kokosblütenzucker oder brauner Rohrzucker)
- 1 Limette (Saft und etwas abgeriebene Schale)
- 1 kleines Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm)
- 1/4 TL Champagner- oder Weinhefe (ersatzweise ein Esslöffel aktiver Sauerteig-Ansatz)
Einkaufen der Zutaten
Frischen Palmsaft gibt es in Deutschland nicht zu kaufen – er verdirbt bereits Stunden nach dem Anzapfen. Mit Palmzucker aus dem Asienmarkt oder Kokosblütenzucker aus dem Bioladen kommen Sie dem karamelligen, leicht rauchigen Grundton des Originals aber sehr nahe. Champagnerhefe finden Sie im Fachhandel für Bier- und Weinbrauen; sie sorgt für eine saubere, kontrollierte Gärung. Achten Sie zudem auf saftige Limetten und knackigen, unbehandelten Ingwer.
Vorbereitung des Gerichts
Lösen Sie den Palmzucker zunächst in warmem Wasser vollständig auf und lassen Sie den Sirup auf Zimmertemperatur abkühlen – heißes Wasser würde die Hefe abtöten. Pressen Sie in der Zwischenzeit die Limette aus und schneiden Sie den Ingwer in dünne Scheiben. Bereiten Sie ein sauberes Glasgefäß mit Deckel oder Gärventil vor, damit sich während der Gärung entstehendes Kohlendioxid entweichen kann, ohne dass Keime hineingelangen.
Anleitung für die Zubereitung
- Den abgekühlten Zuckersirup in ein sauberes Glasgefäß füllen.
- Limettensaft, etwas Limettenschale und die Ingwerscheiben hinzugeben.
- Die Champagnerhefe einrühren, bis sie sich gleichmäßig verteilt hat.
- Das Gefäß locker abdecken und 2-3 Tage bei Zimmertemperatur gären lassen; einmal täglich umrühren.
- Sobald feine Bläschen aufsteigen und der Geschmack angenehm spritzig-säuerlich ist, den Matango durch ein feines Tuch abseihen.
- Kalt stellen und in Gläsern servieren – gerne mit einer Limettenscheibe garniert.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Matango ist von Natur aus glutenfrei und laktosefrei, da ausschließlich Zucker, Wasser, Frucht und Hefe zum Einsatz kommen. Achten Sie lediglich darauf, eine reine Wein- oder Champagnerhefe ohne Zusatzstoffe zu wählen. So bleibt das Getränk für Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten uneingeschränkt genießbar.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Da Matango ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten besteht, ist er für Veganer und Vegetarier ohne jede Anpassung geeignet. Wer den Zuckeranteil variieren möchte, kann Palmzucker teilweise durch Agavendicksaft ersetzen, ohne die pflanzliche Basis zu verlassen. So bleibt das Getränk in jeder Hinsicht rein pflanzlich.
Weitere Tipps und Tricks
Je länger Matango gärt, desto herber und alkoholreicher wird er – probieren Sie täglich, um Ihren Lieblingszeitpunkt zu finden. Ein Glas mit Gärventil verhindert, dass unerwünschte Bakterien eindringen und das Getränk kippen lassen. Wer es besonders spritzig mag, füllt den fertigen Matango kurz vor dem Servieren in Flaschen mit Bügelverschluss und lässt ihn einen weiteren Tag nachkarbonisieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mögen Sie es fruchtiger, geben Sie einen Schuss frisch gepressten Ananassaft mit in den Ansatz – eine in Kamerun durchaus gebräuchliche Variante. Wer weniger Alkohol möchte, seiht den Matango bereits nach 24 Stunden Gärung ab, wenn er noch mild und süß ist. Für eine würzigere Note eignet sich ein zusätzliches Stück Zitronengras während der Gärzeit.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Fehlt Ihnen Palmzucker, greifen Sie ersatzweise zu dunklem Muscovado-Zucker, der ebenfalls eine karamellige Tiefe mitbringt. Anstelle von Champagnerhefe funktioniert auch ein Löffel aktiver Ingwerbug (Ginger Bug) als natürlicher Starter. Frischer Ingwer lässt sich bei Bedarf durch eine Prise Ingwerpulver ersetzen, wobei das Aroma dann etwas weniger intensiv ausfällt.
Ideen für passende Getränke
Matango wird traditionell pur getrunken und braucht eigentlich keine Begleitung – dennoch passt ein Glas kaltes Mineralwasser gut dazu, um die Süße abzurunden. Zu herzhaften westafrikanischen Gerichten wie Suya-Spießen oder Erdnusseintopf ergänzt er sich hervorragend. Wer es alkoholfrei mag, serviert parallel frischen Ingwertee.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Matango traditionell in kleinen Kalebassen oder, falls nicht zur Hand, in schlichten Tongefäßen oder Weingläsern. Ein Zweig Minze und eine Limettenscheibe am Glasrand machen aus dem Getränk einen echten Hingucker. Eisgekühlt und in kleinen Runden gereicht, kommt die gesellige Atmosphäre kamerunischer Feste am besten zur Geltung.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Palmwein hat in Westafrika eine jahrhundertealte Tradition und wird von spezialisierten Zapfern, den sogenannten „Palmweinsammlern“, aus Ölpalmen oder Raffiapalmen gewonnen. In Kamerun ist Matango fester Bestandteil des sozialen Lebens: Er wird bei Begräbnissen zu Ehren der Verstorbenen getrunken, bei Hochzeiten gereicht und in Dorfbars, den „Cabarets“, frisch ausgeschenkt. Die Kunst des Anzapfens wird häufig über Generationen weitergegeben und ist eng mit dem Alltag ländlicher Gemeinschaften verbunden.
Weitere Rezeptvorschläge
- Ndolé (kamerunischer Erdnuss-Bitterblatt-Eintopf)
- Poulet DG (Hähnchen mit Kochbananen)
- Suya (gegrillte, würzig marinierte Fleischspieße)
- Achu Soup (gelbe Suppe mit Kochbananen-Stampf)
- Koki (gedämpfter Bohnenpudding)
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Zusammenfassung: Matango Drink
Matango ist die hausgemachte Annäherung an Kameruns traditionellen Palmwein, mit Palmzucker und Ingwer statt frischem Palmsaft. Rechnen Sie zwei bis drei Tage Gärzeit ein, am besten abends ansetzen, damit sich der Geschmack morgens beurteilen lässt. Übrig gebliebener Sud hält sich gekühlt einige Tage und wird mit der Zeit spritziger.
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