Vorstellung Mitropa Soljanka (DDR Rezept)
Die Mitropa Soljanka ist für viele ein Stück kulinarische Erinnerung an Bahnhofsrestaurants, Betriebskantinen und den typischen DDR-Gaststättenklassiker. Charakteristisch ist die kräftige, leicht säuerliche und pikante Note, die durch Gewürzgurken, Tomatenbasis und oft einen Hauch Gurkenlake entsteht. Traditionell wird sie als sättigende Suppe serviert, die sich ideal eignet, um verschiedene Wurst- und Fleischreste schmackhaft zu verwerten. Wer sie einmal richtig gekocht hat, merkt schnell: Der Geschmack gewinnt, wenn die Soljanka kurz durchzieht und die Aromen Zeit bekommen, sich zu verbinden.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 150–200 g Wurst- und/oder Fleischreste (z. B. Jagdwurst, Bockwurst, Kasseler)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe (optional)
- 1 EL Öl oder Schmalz
- 2–3 Gewürzgurken
- 150 ml passierte Tomaten oder Tomatensaft
- 400–500 ml Brühe (Fleisch- oder Gemüsebrühe)
- 1–2 EL Gurkenlake (nach Geschmack)
- 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
- 1 Lorbeerblatt
- 1 TL Senf (optional, für Würze)
- Salz und Pfeffer
- 1 Prise Zucker (zum Abrunden der Säure, optional)
- Zum Servieren: 1–2 EL Schmand oder saure Sahne, etwas Zitrone (optional)
Einkaufen der Zutaten
Für eine authentische Soljanka lohnt es sich, bei den Gurken und der Wurst nicht zu sparen, weil diese Zutaten den Grundcharakter stark prägen. Gewürzgurken sollten knackig sein und eine aromatische Lake haben, denn ein Teil der Gurkenlake ersetzt später einen Teil der Säure und Würze. Bei der Wurst funktionieren Klassiker wie Jagdwurst oder Bockwurst besonders gut, aber auch Kasseler oder Schinkenreste bringen eine herzhafte Tiefe. Wer es unkompliziert mag, greift zu passierten Tomaten und fertiger Brühe, sollte dann aber beim Salz vorsichtig dosieren, da Brühe oft bereits kräftig ist.
Vorbereitung des Gerichts
Die Vorbereitung ist schnell erledigt, macht später aber den Unterschied zwischen „ganz gut“ und richtig rundem Geschmack. Zwiebeln werden fein gewürfelt, damit sie sich beim Anschwitzen gut auflösen und eine aromatische Basis bilden. Wurst und Fleisch schneidet man am besten in mundgerechte Streifen, weil die Soljanka so typisch „rustikal“ wirkt und sich angenehm essen lässt. Die Gewürzgurken sollten ebenfalls in feine Streifen oder kleine Würfel, damit sie sich gleichmäßig verteilen und ihre Säure überall ankommt.
Anleitung für die Zubereitung
- Öl oder Schmalz in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Optional den fein gehackten Knoblauch kurz mit anschwitzen, ohne ihn zu bräunen.
- Wurst- und Fleischstreifen zugeben und 2–3 Minuten anrösten, damit sich Röstaromen bilden. Paprikapulver einrühren und direkt mit einem Schluck Brühe ablöschen, damit es nicht bitter wird.
- Passierte Tomaten und die restliche Brühe hinzufügen, dann Lorbeerblatt und optional Senf einrühren. Alles aufkochen und anschließend 10–15 Minuten sanft köcheln lassen.
- Gewürzgurken zugeben und nach 3–5 Minuten vorsichtig mit Gurkenlake abschmecken. Mit Salz, Pfeffer und optional einer Prise Zucker die Balance aus sauer, würzig und herzhaft einstellen.
- Die Soljanka 5 Minuten ruhen lassen, damit sie durchziehen kann. Zum Servieren einen Klecks Schmand oder saure Sahne auf jede Portion geben.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei wird die Soljanka meist von selbst, solange keine glutenhaltigen Bindemittel oder Brotbeilagen eingeplant sind. Kritisch sind eher Wurstwaren und Brühen: Manche enthalten Spuren von Gluten oder Weizenbestandteile, daher lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Für eine laktosefreie Variante ersetzt man Schmand oder saure Sahne durch laktosefreien Schmand oder eine pflanzliche Alternative auf Soja- oder Haferbasis. Auch hier gilt: Die Suppe selbst ist oft laktosefrei, die Milcheinlage beim Servieren ist der häufigste „Stolperstein“.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Eine vegetarische Soljanka gelingt hervorragend, wenn man statt Wurst auf Räuchertofu, angebratene Champignons oder vegane Wurstalternativen setzt. Wichtig ist dann eine kräftige Basis, zum Beispiel mit Gemüsebrühe und etwas geräuchertem Paprikapulver, um die typische Tiefe zu erreichen. Veganer ersetzen Schmand durch eine pflanzliche Creme und achten darauf, dass die Gewürzgurken keine tierischen Zusätze enthalten (selten, aber möglich). Wer mehr „Biss“ möchte, kann zusätzlich gewürfelte Paprika oder Sellerie mitköcheln, weil sie Struktur und Süße mitbringen.
Weitere Tipps und Tricks
Der beste Geschmack entsteht, wenn die Soljanka nicht gehetzt wird: Ein sanftes Köcheln und ein kurzes Ruhenlassen sorgen für mehr Harmonie. Wenn sie zu sauer wird, hilft eine kleine Prise Zucker oder ein Schuss mehr Tomatenbasis, statt sie einfach zu salzen. Zu dünn? Dann lässt man sie ohne Deckel ein paar Minuten einkochen, denn so bleiben Aromen konzentriert und nichts verwässert. Zu kräftig? Mit etwas Brühe strecken und anschließend erneut mit Gurkenlake und Pfeffer fein nachjustieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Die Soljanka ist ein ideales Gericht, um sie an den eigenen Geschmack anzupassen, ohne ihren Charakter zu verlieren. Wer es schärfer mag, ergänzt Chiliflocken, scharfen Paprika oder einen Spritzer Tabasco, aber vorsichtig, damit die Säure nicht überdeckt wird. Für eine besonders „kantinige“ Note kann man etwas mehr Gurkenlake verwenden und die Wurst stärker anrösten. Wer es milder will, reduziert die Lake, erhöht den Tomatenanteil und serviert mehr Schmand, weil das die Säure sichtbar abpuffert.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Wenn keine Gewürzgurken zur Hand sind, funktionieren auch eingelegte Cornichons oder saure Gurken, wichtig ist nur eine aromatische Lake. Statt passierter Tomaten kann man Tomatenmark mit Brühe anrühren, was die Suppe sogar noch etwas kräftiger macht, solange man es kurz mit anschwitzt. Bei der Wurst gilt: Nimm, was schmeckt und verfügbar ist, von Jagdwurst bis Krakauer – entscheidend ist die herzhafte Würze und eine gewisse Räuchernote. Wer keine Brühe nutzen möchte, kann Wasser nehmen und stärker würzen, sollte dann aber Lorbeer, Paprika und Pfeffer bewusster dosieren.
Ideen für passende Getränke
Zur kräftigen Soljanka passen Getränke, die entweder erfrischen oder die Würze begleiten. Sehr klassisch sind helles Bier oder ein herbes Pils, weil die Bitterkeit gut gegen die Säure und die Fülle der Suppe arbeitet. Alkoholfrei harmonieren Mineralwasser mit Zitrone, ungesüßter Eistee oder eine leicht säuerliche Apfelschorle, da sie den Gaumen „resetten“. Wer es gemütlich mag, kann auch schwarzen Tee wählen, denn seine herbe Note passt überraschend gut zu würzigen Eintöpfen und Suppen.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Soljanka wirkt besonders appetitlich, wenn sie heiß in vorgewärmten Schalen serviert wird, damit der Duft direkt aufsteigt. Ein Klecks Schmand oder laktosefreie Alternative in der Mitte sorgt für Kontrast und macht die Oberfläche optisch ruhiger. Dazu passen fein geschnittene Gurkenstreifen oder etwas Paprikapulver als dezentes Topping, weil es Farbe gibt, ohne den Geschmack zu überdecken. Wer es klassisch mag, stellt Brot separat dazu, damit jeder selbst entscheidet, ob er dippen oder nur dazu essen möchte.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Soljanka hat ihren Ursprung in der osteuropäischen Küche und wurde in vielen Regionen angepasst, bis sie im deutschsprachigen Raum eine eigene Variante bekam. In der DDR wurde sie besonders populär, weil sie preiswert, sättigend und flexibel war, vor allem durch die Verwendung von Wurst- und Fleischresten. Der Name „Mitropa“ erinnert an die Gastronomie rund um Bahnreisen, wo kräftige, wärmende Gerichte traditionell gefragt waren. Heute steht die Soljanka für Nostalgie, aber auch für praktische Alltagsküche, die aus wenigen Zutaten viel Geschmack herausholt.
Weitere Rezeptvorschläge
- DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensoße und Nudeln, wenn du Lust auf einen weiteren Kantinenklassiker hast.
- Würzfleisch als cremige Vorspeise oder kleines Ofengericht, das sich gut vorbereiten lässt.
- Gulaschsuppe für alle, die es deftig mögen und eine ähnliche „Löffelwärme“ suchen.
- Senfeier, wenn du ein einfaches, günstiges Wohlfühlgericht mit Sauce möchtest.
- Kartoffelsuppe mit Einlage, ideal für kalte Tage und gut geeignet zum Aufwärmen am nächsten Tag.
Zusammenfassung: Mitropa Soljanka (DDR Rezept)
Die Mitropa Soljanka überzeugt durch ihre unverwechselbare Mischung aus Herzhaftigkeit, Säure und einer angenehm pikanten Tomatenbasis. Mit wenigen, gut gewählten Zutaten wie Gewürzgurken, Brühe und Wurst- oder Fleischstreifen entsteht eine Suppe, die schnell satt macht und gleichzeitig nach „mehr“ schmeckt. Besonders praktisch ist ihre Flexibilität: Du kannst sie leicht an glutenfreie, laktosefreie oder vegetarische Bedürfnisse anpassen, ohne den Kern zu verlieren. Wenn du ihr ein paar Minuten zum Durchziehen gibst und die Säure sorgfältig ausbalancierst, bekommst du ein Ergebnis, das genauso tröstlich wie kräftig ist.
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