Vorstellung Hühnerfrikassee (DDR Rezept)
Das Hühnerfrikassee mit Kapern gehört zu den Gerichten, die viele mit klassischer Hausmannskost verbinden und die in der DDR-Küche besonders beliebt waren. Typisch sind eine helle, cremige Sauce, zartes Hühnerfleisch und der feine, leicht säuerliche Akzent durch Kapern. Serviert wird das Frikassee häufig mit Reis, weil er die Sauce gut aufnimmt und das Gericht angenehm ausbalanciert. Wer es authentisch zubereiten möchte, achtet auf einen runden Geschmack aus Brühe, Gemüse und einer milden Bindung, die nicht zu schwer wirkt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250–300 g Hähnchenfleisch (z. B. Brust oder Keule, gegart oder zum Garen)
- 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 kleine Möhre, in feinen Würfeln
- 80–120 g Erbsen (TK oder aus dem Glas)
- 1–2 EL Kapern (abgetropft, nach Geschmack)
- 250–300 ml Hühnerbrühe (oder Kochsud vom Huhn)
- 150 ml Milch oder Sahne (alternativ siehe Varianten)
- 15–20 g Butter (oder Margarine)
- 1–2 EL Mehl zum Binden (alternativ glutenfrei möglich)
- 1 TL Zitronensaft (optional, für Frische)
- Salz, weißer Pfeffer, optional etwas Muskat
- Beilage: Reis (ca. 80–120 g trocken) oder Kartoffeln
Für ein gelungenes Frikassee sind vor allem Brühe und die Bindung entscheidend, weil sie den typischen, sanften Geschmack prägen. Kapern wirken klein, bringen aber eine deutliche säuerlich-würzige Note ein, die das Gericht lebendig macht. Wenn du empfindlich auf Säure reagierst, starte lieber mit einer kleineren Menge und taste dich heran. Bei den Erbsen kannst du flexibel sein: TK-Erbsen schmecken oft frischer, während Glas-Erbsen besonders schnell einsatzbereit sind.
Einkaufen der Zutaten
Achte beim Einkauf darauf, dass das Hähnchenfleisch eine gute Qualität hat, denn es ist der Hauptdarsteller und soll später zart bleiben. Wenn du Zeit sparen willst, kannst du bereits gegartes Fleisch verwenden, etwa vom Suppenhuhn oder vom Vortag, und nutzt dann die Brühe direkt für die Sauce. Kapern gibt es in Gläsern in Salzlake oder Essig; für ein milderes Ergebnis sind Kapern in Lake oft die bessere Wahl. Für die cremige Sauce lohnt sich eine Milch oder Sahne mit neutralem Geschmack, damit die Brühe und Kapern nicht überdeckt werden.
Vorbereitung des Gerichts
Falls du das Huhn noch garen musst, koche es in leicht gesalzener Flüssigkeit mit Zwiebel und optional etwas Suppengemüse, damit ein aromatischer Kochsud entsteht. Danach sollte das Fleisch kurz abkühlen, damit du es leichter in mundgerechte Stücke schneiden oder zupfen kannst. Zwiebel und Möhre werden fein gewürfelt, weil sie sich so gut in die Sauce einfügen und für eine gleichmäßige Textur sorgen. Kapern solltest du abtropfen lassen und je nach Intensität kurz abspülen, damit die Sauce am Ende nicht zu salzig oder zu sauer wird.
Anleitung für die Zubereitung
- Reis oder Kartoffeln als Beilage aufsetzen und nach Packungsangabe garen, damit alles gleichzeitig fertig wird.
- Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen und die Zwiebelwürfel glasig dünsten, ohne dass sie Farbe nehmen.
- Möhrenwürfel kurz mitdünsten, dann das Mehl einrühren und 1 Minute anschwitzen, damit eine gleichmäßige Mehlschwitze entsteht.
- Nach und nach die Brühe einrühren, dabei kräftig rühren, bis die Sauce glatt ist und leicht eindickt.
- Milch oder Sahne zugeben und die Sauce 5–8 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie cremig wird.
- Erbsen, Hühnerfleisch und Kapern einrühren und alles weitere 3–5 Minuten erwärmen, ohne stark zu kochen.
- Mit Salz, weißem Pfeffer und optional Muskat abschmecken; bei Bedarf mit Zitronensaft vorsichtig abrunden.
Wichtig ist, dass die Sauce nach Zugabe von Milch oder Sahne nur sanft köchelt, damit sie nicht ausflockt und das Fleisch saftig bleibt. Wenn die Sauce zu dick wird, hilft ein Schluck Brühe; wenn sie zu dünn ist, lässt du sie ein paar Minuten offen einkochen. Kapern kommen am besten gegen Ende dazu, weil ihr Aroma sonst schnell zu dominant werden kann. Abschmecken lohnt sich besonders, da Brühe und Kapern bereits Salz mitbringen und die Balance aus cremig und pikant-säuerlich das Ziel ist.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Variante ersetzt du das Weizenmehl einfach durch Maisstärke oder eine glutenfreie Mehlmischung, wobei Stärke besonders zuverlässig bindet. Rühre Stärke am besten zuerst in etwas kalter Brühe oder Wasser an, damit keine Klümpchen entstehen, und gib sie dann zur köchelnden Sauce. Laktosefrei wird das Gericht mit laktosefreier Milch oder einer Kochsahne ohne Laktose, wobei der Geschmack sehr ähnlich bleibt. Wenn du zusätzlich auf eine leichtere Version Wert legst, kannst du die Sauce auch teilweise nur mit Brühe zubereiten und am Ende mit einem kleinen Schuss pflanzlicher Alternative abrunden.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch gelingt das Gericht, wenn du das Hähnchen durch Champignons, weiße Bohnen oder Tofu ersetzt, denn diese Zutaten tragen die Sauce gut und sorgen für Sättigung. Für eine vegane Variante verwendest du pflanzliche Margarine statt Butter und eine Hafer- oder Sojacreme statt Milch/Sahne. Die Brühe kannst du als Gemüsebrühe ansetzen und mit etwas Sellerie, Lauch und Petersilie aromatisieren, damit die Sauce Tiefe bekommt. Kapern passen weiterhin hervorragend, weil sie den klassischen Frikassee-Charakter auch ohne Fleisch überraschend gut unterstützen.
Weitere Tipps und Tricks
Wenn du eine besonders samtige Sauce möchtest, koche sie nach dem Einrühren der Brühe ein paar Minuten länger und rühre dabei regelmäßig, damit nichts ansetzt. Für mehr Aroma hilft ein kleiner Anteil vom Hühner-Kochsud, weil er natürlicherweise Gelatine und Geschmack enthält. Achte darauf, das Fleisch nur zu erwärmen und nicht lange zu kochen, sonst wird es schnell trocken und faserig. Wer es traditionell mag, kann zusätzlich kleine Würfel von Spargel (aus dem Glas) einarbeiten, sollte dann aber die Salzmenge beim Abschmecken reduzieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Du kannst die Säure sehr fein steuern: Mehr Kapern oder ein Spritzer Zitrone macht das Gericht frischer, weniger Kapern lässt die Sauce milder wirken. Auch die Konsistenz ist variabel, denn manche mögen es eher suppig, andere bevorzugen eine dickere, fast ragoutartige Sauce. Bei den Gemüseeinlagen kannst du neben Erbsen und Möhre auch Blumenkohlröschen oder fein gewürfelten Sellerie verwenden, solange die Garzeiten angepasst werden. Wenn Kinder mitessen, ist es oft sinnvoll, die Kapern erst am Tisch anzubieten, damit jeder die Intensität selbst bestimmt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Sahne kannst du Crème fraîche oder Schmand verwenden, solltest dann aber sehr vorsichtig erhitzen, damit die Sauce nicht gerinnt. Wenn keine Kapern im Haus sind, liefern fein gehackte Essiggurken oder ein wenig Gurkenwasser eine ähnliche pikante Richtung, auch wenn das Aroma anders ausfällt. Erbsen lassen sich durch Mais oder grüne Bohnen ersetzen, wobei Erbsen den klassischsten Geschmack ergeben. Für eine kräftigere Note kannst du einen kleinen Teil der Brühe durch einen Schluck trockenen Weißwein ersetzen, sofern das in deinen Speiseplan passt.
Ideen für passende Getränke
Zu einem cremigen Frikassee passen Getränke, die nicht zu süß sind und die Sauce nicht erschlagen. Ein trockener Weißwein wie Müller-Thurgau oder Silvaner harmoniert gut, weil er die Kapern-Note unterstützt und dennoch mild bleibt. Alkoholfrei sind Mineralwasser mit Zitrone oder ein ungesüßter Kräutertee gute Begleiter, da sie den Gaumen zwischen den Bissen erfrischen. Wer es klassisch mag, setzt auf eine leichte Apfelschorle, die mit ihrer Säure ebenfalls gut zur cremigen Sauce passt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richte das Frikassee am besten in einem tiefen Teller oder einer Bowl an, damit die helle Sauce optisch zur Geltung kommt und nichts überläuft. Reis wirkt besonders appetitlich, wenn du ihn mit einer kleinen Tasse formst und daneben das Frikassee angießt. Ein wenig frisch gehackte Petersilie sorgt für Farbe und einen frischen Duft, ohne den Geschmack zu dominieren. Wenn du Kapern extra magst, gib ein paar davon obenauf, damit sofort sichtbar ist, was das Gericht besonders macht.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Frikassee ist ein Gericht, das sich in verschiedenen europäischen Küchen findet und in Deutschland als klassische helle Ragout-Variante bekannt wurde. In der DDR war es beliebt, weil es sich gut aus vorhandenen Zutaten kochen ließ und mit Reis oder Kartoffeln eine vollständige Mahlzeit ergab. Die Kombination aus Brühe, Bindung und Gemüseeinlage machte das Gericht gleichzeitig sättigend und alltagstauglich, ohne komplizierte Techniken zu erfordern. Kapern brachten dabei eine besondere Note in die Küche, weil sie den milden Grundgeschmack der hellen Sauce elegant akzentuieren.
Weitere Rezeptvorschläge
- Königsberger Klopse mit Kapern in heller Sauce und Kartoffeln
- Würzfleisch in cremiger Sauce mit Käse überbacken
- Senfeier mit Kartoffeln und Gurkensalat
- Jägerschnitzel (DDR-Variante) mit Tomatensauce und Nudeln
- Soljanka als herzhafte Suppe mit saurer Note
Wenn dir das Zusammenspiel aus cremiger Sauce und leichter Säure gefällt, sind Gerichte mit Kapern oder Essiggurken oft eine gute Wahl. Viele Klassiker lassen sich außerdem gut vorbereiten, was sie ideal für einen stressfreien Feierabend macht. Achte bei ähnlichen Rezepten darauf, dass die Sauce nicht zu schwer wird, damit die Würze im Vordergrund bleibt. Gerade traditionelle Speisen gewinnen, wenn du sie mit frischen Kräutern und einem klaren Abschmecken modern, aber dennoch vertraut wirken lässt.
Zusammenfassung: Hühnerfrikassee (DDR Rezept)
Hühnerfrikassee mit Kapern überzeugt durch zartes Fleisch, eine helle cremige Sauce und den charakteristischen, fein säuerlichen Kick der Kapern. Mit wenigen Zutaten und einer klaren Zubereitung entsteht ein Gericht, das sich hervorragend mit Reis oder Kartoffeln kombinieren lässt. Durch einfache Anpassungen kannst du es auch glutenfrei oder laktosefrei kochen und sogar vegetarisch oder vegan interpretieren. Wer beim Abschmecken auf die Balance aus Salz, Cremigkeit und Säure achtet, erhält ein rundes Ergebnis, das sowohl alltagstauglich als auch besonders ist.
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