Vorstellung Pastillas
Pastillas, ausgeschrieben Pastillas de Leche, brauchen keinen Herd, die Masse aus Milchpulver und Kondensmilch wird kalt zu einer geschmeidigen Konsistenz verknetet. Ihren Ursprung haben sie in Bulacan, einer Provinz nördlich von Manila, die bis heute für ihre Milchsüßwaren bekannt ist. Nach dem Formen zu kleinen Röllchen werden sie in Zucker gewälzt und traditionell einzeln in buntes Zellophanpapier eingedreht, so wie man sie auf philippinischen Märkten bis heute findet. Der Aufwand steckt vor allem im Formen von Hand, jedes Stück braucht ein paar Sekunden Geduld. Als Mitbringsel bei Fiestas oder Taufen sind sie bis heute fest verankert.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 200 g Vollmilchpulver
- 150 ml gezuckerte Kondensmilch
- 1 EL weiche Butter
- 1/2 TL Vanilleextrakt (optional)
- Zucker zum Wälzen
- Bunt bedrucktes Zellophan- oder Butterbrotpapier zum Einwickeln (optional)
Einkaufen der Zutaten
Für gelingsichere Pastillas braucht es vor allem gutes Vollmilchpulver, das in Reformhäusern, Backabteilungen oder Asia-Läden erhältlich ist. Gezuckerte Kondensmilch (nicht ungezuckerte Kaffeesahne!) findet sich in der Kaffee- oder Backwarenabteilung fast jedes Supermarkts. Für die authentische Optik lohnt sich buntes Zellophanpapier aus dem Bastelbedarf, ist aber rein dekorativ und kann auch weggelassen werden.
Vorbereitung des Gerichts
Eine Arbeitsfläche oder ein flaches Blech wird mit etwas Zucker bestreut, darauf werden später die fertigen Röllchen gewälzt. Butter sollte bereits weich (Zimmertemperatur) sein, damit sie sich leicht unter das Milchpulver kneten lässt. Da die Masse klebrig wird, empfiehlt es sich, die Hände vor dem Formen leicht mit etwas Milchpulver oder Puderzucker zu bestäuben.
Anleitung für die Zubereitung
- Milchpulver in eine Schüssel geben und die gezuckerte Kondensmilch nach und nach einrühren, bis ein geschmeidiger, nicht mehr bröckeliger Teig entsteht.
- Die weiche Butter und optional Vanilleextrakt einkneten, bis die Masse glatt und formbar ist.
- Den Teig 15–20 Minuten kalt stellen, damit er sich besser formen lässt.
- Kleine Portionen abstechen und zu etwa 3 cm langen Röllchen oder kleinen Kugeln formen.
- Jedes Stück in Zucker wälzen, bis es rundum bedeckt ist.
- Nach Belieben einzeln in Zellophanpapier einwickeln und die Enden zwirbeln.
- Bis zum Servieren kühl und trocken lagern.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Pastillas sind von Natur aus glutenfrei, da weder Mehl noch Getreideprodukte zum Einsatz kommen. Da das Gericht jedoch fast ausschließlich aus Milchprodukten besteht, ist eine laktosefreie Variante nur mit laktosefreiem Milchpulver und laktosefreier Kondensmilch möglich – beides ist in gut sortierten Bio- und Reformhäusern erhältlich und lässt sich 1:1 austauschen.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier sind Pastillas ohne Anpassung geeignet. Für eine vegane Version lässt sich Milchpulver durch pflanzliches Kokos- oder Hafermilchpulver ersetzen, gezuckerte Kondensmilch durch gesüßte Kokoskondensmilch und Butter durch pflanzliche Margarine. Das Ergebnis schmeckt etwas anders, bleibt aber angenehm süß und cremig.
Weitere Tipps und Tricks
Die Masse sollte nicht zu feucht sein, sonst lassen sich die Röllchen schwer formen – im Zweifel etwas mehr Milchpulver einarbeiten. Kühl gestellter Teig lässt sich deutlich leichter rollen als Teig bei Zimmertemperatur. Für eine besonders feine Optik können die fertigen Pastillas vor dem Servieren nochmals ganz leicht mit Zucker bestäubt werden.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer mag, verfeinert die Masse mit etwas geriebener Zitronen- oder Calamansischale für eine fruchtig-frische Note, wie sie auf den Philippinen beliebt ist. Auch eine Prise Matcha- oder Kakaopulver sorgt für farbige, geschmacklich abgewandelte Varianten. Für Erwachsene passt ein Spritzer Rum in die Masse, der ein feines Aroma hinzufügt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Ist gezuckerte Kondensmilch nicht vorrätig, lässt sie sich behelfsmäßig aus Milch und Zucker langsam einkochen. Statt weißem Zucker zum Wälzen eignet sich auch feiner Rohrzucker, der eine leicht karamellige Note mitbringt. Fehlt Zellophanpapier, tut es zum Servieren auch einfach eine hübsche Konfektschale.
Ideen für passende Getränke
Zu den süßen Pastillas passt hervorragend eine Tasse philippinischer Kaffee (Kapeng Barako) oder ein starker schwarzer Tee. Wer es fruchtig mag, kombiniert sie mit einem Glas kalter Calamansi- oder Zitronenlimonade. Auch ein Glas kalte Milch ist eine klassische, kindgerechte Begleitung.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Klassisch werden Pastillas einzeln in buntes Zellophanpapier gewickelt und in einer kleinen Schale oder auf einem Tablett aufgetürmt serviert – das sorgt für einen festlichen, fast konfektartigen Anblick. Wer auf das Papier verzichtet, arrangiert die zuckerbestäubten Röllchen einfach dekorativ auf einem kleinen Teller. Ein paar essbare Blüten oder Zitrusschale runden die Optik ab.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Pastillas de Leche stammen ursprünglich aus der Provinz Bulacan auf den Philippinen, wo Milchviehhaltung eine lange Tradition hat. Aus überschüssiger frischer Milch entwickelten lokale Familien dieses haltbare, süße Konfekt, das sich hervorragend zum Verschenken eignet. Heute gehört es fest zu philippinischen Fiestas, Taufen und Hochzeiten und wird oft als „Pasalubong“ – Mitbringsel für die Familie – mitgebracht.
Weitere Rezeptvorschläge
- Leche Flan (Philippinischer Karamellpudding)
- Bibingka (Philippinischer Reiskuchen)
- Halo-Halo (Bunter Eisdessert)
- Turon (Frittierte Bananen-Frühlingsrollen)
- Ube Halaya (Süßkartoffel-Konfekt)
Noch mehr Ideen: 239 weitere Rezepte aus Philippinen entdecken.
Zusammenfassung: Pastillas
Pastillas eignen sich als süßes Mitbringsel, wenn Sie ohne Backofen auskommen wollen, und lassen sich locker eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Für Kinder ist die Portion mit etwas weniger Zucker beim Wälzen leicht zu entschärfen.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.






