Vorstellung Quarkkeulchen (DDR Rezept)
Quarkkeulchen gehören zu den bekanntesten süßen Kartoffelgerichten aus der ostdeutschen Küche und werden traditionell goldbraun in der Pfanne ausgebacken. Charakteristisch ist die Mischung aus mehligkochenden Kartoffeln, Quark und einer dezenten Süße, die durch Zimt, Zucker oder Vanille entsteht. Serviert werden sie häufig mit Apfelmus, Kompott oder einer Zimt-Zucker-Mischung, was das Gericht sowohl als Dessert als auch als warme Hauptmahlzeit beliebt macht. Besonders praktisch: Quarkkeulchen sind eine ideale Idee, um Kartoffelreste vom Vortag sinnvoll zu verwerten, ohne dass Geschmack oder Konsistenz leiden.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g mehligkochende Kartoffeln (gekocht und ausgekühlt; alternativ Kartoffelreste)
- 125 g Quark (Magerquark oder 20 %)
- 1 Ei (Größe M)
- 35–50 g Mehl (plus etwas zum Formen)
- 1–2 EL Zucker (nach Geschmack)
- 1 Päckchen Vanillezucker oder 1/2 TL Vanille
- 1/2 TL Zimt (optional, aber klassisch)
- 1 Prise Salz
- Butterschmalz oder Öl zum Braten
- Zum Servieren: Apfelmus, Kompott oder Zimt-Zucker
Einkaufen der Zutaten
Für richtig gute Quarkkeulchen lohnt es sich, bei den Kartoffeln auf mehligkochende Sorten zu achten, weil sie nach dem Kochen trocken ausdampfen und sich leichter zu einer formbaren Masse verarbeiten lassen. Beim Quark kannst du je nach Vorliebe wählen: Magerquark macht das Gericht leichter, Quark mit höherem Fettanteil sorgt oft für mehr Cremigkeit. Achte beim Mehl darauf, dass du eher moderat dosierst, denn zu viel Mehl macht die Keulchen schnell kompakt und trocken. Wenn du Butterschmalz bekommst, ist das zum Ausbacken besonders aromatisch und unterstützt die typisch goldene Kruste.
Vorbereitung des Gerichts
Die beste Basis entsteht, wenn die Kartoffeln bereits am Vortag gekocht wurden, denn ausgekühlte Kartoffeln enthalten weniger Restfeuchte und ergeben eine stabilere Teigmasse. Koche die Kartoffeln mit Schale, pelle sie erst nach dem Abkühlen und presse oder stampfe sie anschließend fein, damit später keine Stückchen die Form stören. Stelle außerdem alle Zutaten bereit, damit du nach dem Mischen zügig arbeiten kannst und die Masse nicht unnötig wässert. Wenn du Apfelmus oder Kompott dazu servieren möchtest, kannst du es schon vorab portionieren, damit die Quarkkeulchen heiß aus der Pfanne direkt auf den Teller kommen.
Anleitung für die Zubereitung
- Kartoffeln fein stampfen oder durch eine Presse drücken, dann in eine Schüssel geben und kurz ausdampfen lassen.
- Quark, Ei, Zucker, Vanille, Salz und optional Zimt zugeben und alles gründlich vermengen.
- Mehl nach und nach einarbeiten, bis eine weiche, formbare Masse entsteht (nicht übermehlen).
- Hände bemehlen, aus der Masse kleine Keulchen oder flache Taler formen und leicht in Mehl wenden.
- Butterschmalz oder Öl in einer Pfanne erhitzen und die Keulchen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten 3–5 Minuten braten, bis sie goldbraun sind.
- Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und sofort mit Apfelmus, Kompott oder Zimt-Zucker servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Variante kannst du das Weizenmehl durch Reismehl, Maismehl oder eine glutenfreie Mehlmischung ersetzen, wobei du die Menge vorsichtig anpasst, weil diese Mehle unterschiedlich binden. Eine weitere gute Option ist Speisestärke, die die Masse stabilisiert, ohne sie zu schwer zu machen, allerdings sollte sie nicht überdosiert werden. Laktosefrei gelingt das Rezept problemlos mit laktosefreiem Quark und ggf. laktosefreiem Butterschmalz oder neutralem Öl zum Braten. Achte darauf, dass auch Beilagen wie Apfelmus keine versteckte Laktose enthalten, wenn du sehr empfindlich reagierst.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind Quarkkeulchen ohnehin, doch vegan brauchst du Ersatz für Quark und Ei, damit Bindung und Saftigkeit erhalten bleiben. Statt Quark funktioniert ein Soja-Quark oder ein dickes, ungesüßtes Sojajoghurtprodukt, idealerweise gut abgetropft, damit die Masse nicht zu weich wird. Das Ei kannst du durch ein Leinsamen-Ei (1 EL geschrotete Leinsamen + 3 EL Wasser, 10 Minuten quellen lassen) ersetzen, was beim Braten zuverlässig zusammenhält. Beim Ausbacken nimmst du am besten Pflanzenöl oder vegane Margarine, damit die Keulchen auch ohne Butteraroma schön rösten.
Weitere Tipps und Tricks
Die häufigste Stolperfalle ist eine zu feuchte Masse: Wenn dein Quark sehr cremig ist oder die Kartoffeln noch warm waren, hilft es, die Masse 5–10 Minuten ruhen zu lassen, damit das Mehl nachbinden kann. Brate unbedingt bei mittlerer Hitze, denn bei zu hoher Temperatur wird die Kruste schnell dunkel, während das Innere noch weich bleibt. Wenn du besonders gleichmäßige Keulchen möchtest, kannst du die Portionen mit einem Löffel abstechen und in leicht bemehlten Händen formen, damit nichts klebt. Für extra Aroma kannst du eine Prise Zitronenabrieb oder etwas mehr Vanille hinzufügen, ohne den klassischen Charakter zu verlieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Quarkkeulchen lassen sich sehr einfach anpassen, weil du Süße und Gewürze direkt in der Masse steuerst. Wer es weniger süß mag, reduziert den Zucker und setzt stattdessen stärker auf Vanille oder Zimt, wodurch die Keulchen aromatisch bleiben. Für eine fruchtigere Note kannst du kleine Stückchen Apfel oder Rosinen einarbeiten, wobei du darauf achtest, die Masse nicht zu feucht zu machen. Wenn du sie lieber knusprig magst, forme die Keulchen etwas flacher, damit mehr Oberfläche die goldene Kruste entwickelt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Falls du keinen Quark im Haus hast, kann ein gut abgetropfter, naturbelassener Joghurt als Notlösung dienen, wobei du dann meist etwas mehr Bindung durch Mehl oder Stärke brauchst. Beim Mehl kannst du neben Dinkel auch Hafermehl verwenden, wenn du eine leicht nussige Note möchtest, und die Bindung trotzdem stabil halten willst. Zucker lässt sich durch Honig, Ahornsirup oder eine kalorienärmere Alternative ersetzen, wobei flüssige Süßungsmittel die Masse weicher machen können. Zum Braten ist Butterschmalz geschmacklich klassisch, aber neutrales Rapsöl ist eine alltagstaugliche Alternative mit hoher Hitzestabilität.
Ideen für passende Getränke
Zu süßen Quarkkeulchen passt ein Getränk, das die milden Milch- und Kartoffelnoten ausbalanciert, ohne zu dominant zu sein. Sehr stimmig ist Kaffee oder Milder Schwarztee, weil die Röstaromen gut mit der gebratenen Kruste harmonieren. Für Kinder oder als nachmittägliche Variante bietet sich Kakao oder warme Milch (auch pflanzlich) an, besonders wenn du Zimt-Zucker servierst. Im Sommer ist eine Apfelschorle oder ein ungesüßter Früchtetee auf Eis angenehm, weil die fruchtige Säure gut zu Apfelmus und Kompott passt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Optisch wirken Quarkkeulchen am schönsten, wenn sie in einer kleinen Reihe oder leicht überlappend angerichtet werden, sodass die goldbraune Oberfläche sichtbar bleibt. Ein Klecks Apfelmus daneben statt darüber verhindert, dass die Kruste weich wird, und der Teller sieht sauberer aus. Mit etwas Zimt-Zucker als feinem „Schnee“ oder einem Hauch Puderzucker kannst du das Gericht schnell aufwerten, ohne den Geschmack zu überdecken. Wenn du Gäste hast, funktionieren auch kleine Portionsgrößen als Dessert-Teller, ergänzt mit ein paar Apfelspalten oder einem Löffel Kompott für Farbe.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Quarkkeulchen sind eng mit der Tradition verbunden, aus einfachen Zutaten ein sättigendes und zugleich süßes Gericht zu machen. Die Kombination aus Kartoffeln und Quark nutzt Grundnahrungsmittel, die in vielen Haushalten verfügbar waren, und verwandelt sie durch Braten in ein comfort-orientiertes Pfannengericht. Typisch ist auch die Rolle als Resteessen, weil gekochte Kartoffeln vom Vortag sich ideal weiterverwenden lassen und dadurch wenig verschwendet wird. Über die Jahre haben sich regionale Varianten entwickelt, doch das Prinzip blieb gleich: außen knusprig, innen weich, serviert mit fruchtiger Begleitung wie Apfelmus oder Kompott.
Weitere Rezeptvorschläge
- Kartoffelpuffer mit Apfelmus: herzhaft-süß und schnell aus der Pfanne, wenn du es knuspriger magst.
- Armer Ritter: eine gute Idee zur Brotverwertung, warm serviert mit Zimt und Früchten.
- Milchreis mit Zimt und Zucker: cremig, mild und als Familienklassiker einfach vorzubereiten.
- Pfannkuchen mit Apfel- oder Kirschfüllung: vielseitig, wenn du gerne mit Füllungen variierst.
- Grießbrei mit Kompott: schnell gekocht und ideal, wenn du es besonders weich und süß magst.
Zusammenfassung: Quarkkeulchen (DDR Rezept)
Quarkkeulchen sind ein unkompliziertes, traditionelles Pfannengericht, das mit wenigen Zutaten eine wunderbar sättigende Süßspeise ergibt. Entscheidend für das Gelingen sind mehligkochende, ausgekühlte Kartoffeln, eine nicht zu feuchte Masse und das Braten bei mittlerer Hitze, damit die Keulchen außen knusprig und innen zart werden. Mit kleinen Anpassungen gelingen sie auch glutenfrei oder laktosefrei, und selbst vegane Varianten sind mit passenden Alternativen möglich. Serviert mit Apfelmus oder Kompott werden sie zu einem Teller, der schnell nach Zuhause schmeckt und sich ideal für Alltag und Wochenende eignet.
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