Vorstellung Pottsuse (DDR Rezept)
Pottsuse ist ein traditioneller Brotaufstrich, der besonders aus der DDR-Küche bekannt ist und bis heute viele Fans hat. Charakteristisch ist die cremige, streichfähige Konsistenz, die durch lange gegartes Fleisch und eine kräftige Würzung entsteht. Häufig wird Pottsuse aus Schweinefleisch zubereitet und nach dem Abkühlen so fest, dass sie sich perfekt auf Brot oder Brötchen streichen lässt. Serviert wird sie oft mit Gewürzgurken, Senf oder Zwiebeln, was den herzhaften Geschmack noch stärker hervorhebt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Schweinefleisch (z. B. Schulter oder Bauch, alternativ gemischt)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe (optional)
- 1 Lorbeerblatt
- 2–3 Pimentkörner oder 4–5 Pfefferkörner
- 1 TL Majoran (oder nach Geschmack)
- 1 TL Senf (mittelscharf)
- 1–2 EL Schmalz oder Butter (für die typische Bindung)
- Salz und Pfeffer
- Optional: 1–2 EL Brühe oder Kochsud zum Einstellen der Konsistenz
Einkaufen der Zutaten
Für eine gelungene Pottsuse lohnt es sich, beim Fleisch auf leicht durchwachsene Stücke zu achten, weil Fett später für Geschmack und Streichfähigkeit sorgt. Schweineschulter ist eine sehr gute Wahl, da sie nach dem Garen zart zerfällt und nicht trocken wirkt. Zwiebeln, Majoran, Lorbeer und Piment bekommst du in jedem Supermarkt, aber bei den Gewürzen zahlt sich gute Qualität spürbar aus. Wenn du Schmalz nicht regelmäßig nutzt, kauf lieber ein kleines Glas, denn der Rest hält sich gekühlt meist lange und ist auch für andere herzhafte Gerichte praktisch.
Vorbereitung des Gerichts
Schneide das Fleisch in grobe Würfel, damit es gleichmäßig gart und später leichter zerdrückt oder zerrupft werden kann. Die Zwiebel wird fein gewürfelt, weil sie sich so besser mit der Fleischmasse verbindet und für runderen Geschmack sorgt. Lege Lorbeer und Piment bereit, damit du sie während des Garens nicht vergisst und am Ende wieder entfernen kannst. Wenn du einen besonders feinen Aufstrich möchtest, ist es hilfreich, schon jetzt zu entscheiden, ob du am Ende eher grob zerrupfen oder pürieren willst.
Anleitung für die Zubereitung
- Fleisch in einen Topf geben, mit Wasser knapp bedecken, Lorbeer und Piment hinzufügen und alles langsam aufkochen.
- Hitze reduzieren und das Fleisch bei kleiner Flamme 60–90 Minuten sanft köcheln lassen, bis es sehr zart ist.
- Fleisch herausnehmen, Gewürze entfernen und den Kochsud aufbewahren; Zwiebel (und optional Knoblauch) in etwas Schmalz glasig anschwitzen.
- Fleisch mit zwei Gabeln fein zerzupfen oder kurz pürieren, dann mit Zwiebeln, Majoran und Senf vermengen.
- Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und bei Bedarf 1–2 EL Kochsud einarbeiten, bis die gewünschte Streichfähigkeit erreicht ist.
- Pottsuse in ein sauberes Gefäß füllen, abkühlen lassen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Die klassische Pottsuse ist von Natur aus oft glutenfrei, solange du keine glutenhaltigen Zusätze verwendest und der Senf keine Spuren enthält, die du meiden musst. Achte daher beim Kauf von Senf und Brühe auf eine glutenfreie Kennzeichnung, wenn du sehr sensibel reagierst. Für eine laktosefreie Variante ersetzt du Butter einfach durch Schmalz oder ein laktosefreies Produkt, ohne dass Geschmack oder Textur stark leiden. Serviere den Aufstrich dann am besten mit glutenfreiem Brot oder Kartoffelwaffeln, damit das ganze Gericht konsequent verträglich bleibt.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Auch ohne Fleisch lässt sich die Idee von Pottsuse gut nachbauen, wenn du den Fokus auf herzhafte Würze und eine streichfähige Textur legst. Für Vegetarier eignen sich zerkleinerte, angebratene Pilze (z. B. Champignons oder Austernpilze) zusammen mit gebratenen Zwiebeln und etwas Butter oder Pflanzenfett als Basis. Veganer greifen zu Räuchertofu oder Linsen, geben Majoran, Senf und reichlich Pfeffer dazu und binden die Masse mit etwas Pflanzenfett oder einem Schuss Öl. Besonders wichtig ist das Durchziehen im Kühlschrank, weil sich erst dann das Aroma ähnlich intensiv entwickelt wie beim Original.
Weitere Tipps und Tricks
Für ein besonders aromatisches Ergebnis lohnt es sich, das Fleisch nicht sprudelnd zu kochen, sondern nur leise zu simmern, damit es saftig und zart bleibt. Wenn die Pottsuse nach dem Kühlen zu fest ist, kannst du sie mit einem Teelöffel Kochsud oder etwas geschmolzenem Schmalz wieder geschmeidiger rühren. Umgekehrt hilft bei zu weicher Konsistenz ein wenig mehr Schmalz und eine längere Kühlzeit, damit der Aufstrich besser standfest wird. Sehr beliebt ist auch ein Hauch Muskat oder eine Prise Kümmel, wenn du es würziger magst.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wenn du Pottsuse milder bevorzugst, reduziere Pfeffer und setze eher auf Majoran und eine feinere Zwiebelnote. Für eine pikante Variante passt ein kleiner Löffel scharfer Senf oder etwas Paprikapulver, wodurch der Aufstrich deutlich kräftiger wirkt. Auch die Textur lässt sich leicht variieren: Grob zerrupft wirkt sie rustikaler, während ein kurzes Pürieren eine feinere Streichcreme ergibt. Wer es besonders deftig mag, kann einen kleinen Anteil geräuchertes Fleisch einbauen, sollte dann aber sparsam salzen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Falls du kein Schmalz verwenden möchtest, funktioniert auch Butter oder ein neutrales Pflanzenfett, wobei Schmalz meist den klassischsten Geschmack liefert. Statt Schweineschulter kannst du auch Nacken oder Bauch nutzen; wichtig ist, dass etwas Fett dabei ist, sonst wird die Masse trocken. Majoran lässt sich notfalls durch Thymian ersetzen, jedoch verändert sich das Aroma deutlich, weil Majoran die typische Hausmannskost-Note mitbringt. Wenn du keinen Kochsud verwenden willst, nimm eine kleine Menge Brühe, aber achte darauf, dass sie nicht zu dominant wird.
Ideen für passende Getränke
Zu Pottsuse passen Getränke, die die Würze ausgleichen und den Gaumen frisch halten. Sehr stimmig ist ein helles Bier oder ein mildes Pils, weil die Bitternote gut mit Fett und Senf harmoniert. Wer lieber alkoholfrei trinkt, liegt mit Apfelschorle oder einem herben Kräutertee richtig, da die leichte Säure bzw. Kräuternote die Deftigkeit ausbalanciert. Auch ein trockener Weißwein kann funktionieren, wenn er nicht zu fruchtig ist und eher auf Frische setzt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richte Pottsuse am besten in einer kleinen Schale an und gib obenauf ein paar feine Zwiebelwürfel oder etwas frisch gemahlenen Pfeffer, damit sie optisch sofort appetitlich wirkt. Sehr klassisch ist die Kombination mit Gewürzgurken, die du in Scheiben daneben legst, weil sie mit ihrer Säure einen tollen Kontrast bietet. Auf einer rustikalen Holzplatte mit dunklem Brot, Senf und ein paar Kräutern wirkt das Ganze wie eine kleine Vesper, die sich auch für Gäste eignet. Wenn du Gläser nutzt, kannst du die Pottsuse gut vorbereiten und später einfach kalt servieren, was im Alltag besonders praktisch ist.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Pottsuse steht sinnbildlich für eine Küche, die aus wenigen Zutaten maximalen Geschmack herausholt und Reste sinnvoll verwertet. Der Name wird oft mit dem „Topf“ in Verbindung gebracht, weil Fleisch im Topf lange gegart und anschließend zu einem Aufstrich verarbeitet wird. In vielen Haushalten war so ein herzhafter Brotbelag beliebt, weil er satt macht, sich gut vorbereiten lässt und mehrere Tage im Kühlschrank Freude bereitet. Überliefert ist zudem, dass regionale Varianten stark schwanken können, etwa bei der Würzung, der Fleischwahl oder der Frage, ob eher grob oder fein verarbeitet wird.
Weitere Rezeptvorschläge
- Leberwurst aus dem Topf: Herzhaft, würzig und ideal als streichfähiger Brotbelag für kalte Platten.
- Sülze mit Essig und Zwiebeln: Perfekt, wenn du es gern kräftig-säuerlich magst und eine feste, schnittfähige Variante suchst.
- Schmalz mit Apfel und Zwiebel: Eine schnelle Alternative, die süß-herzhaft schmeckt und wunderbar zu dunklem Brot passt.
- Eiersalat mit Senf: Cremig, sättigend und in wenigen Minuten zubereitet, wenn es unkompliziert sein soll.
Zusammenfassung: Pottsuse (DDR Rezept)
Pottsuse ist ein kräftiger, traditioneller Brotaufstrich, der durch zart gegartes Fleisch, aromatische Gewürze und eine gute Bindung besonders überzeugt. Mit wenigen Zutaten und etwas Geduld beim Köcheln entsteht eine streichfähige Masse, die nach dem Kühlen noch besser schmeckt. Durch kleine Anpassungen bei Würze, Textur und Fettanteil kannst du das Rezept leicht an deinen Geschmack anpassen, ohne den typischen Charakter zu verlieren. Serviert mit dunklem Brot, Senf und Gewürzgurken wird daraus eine einfache, aber sehr befriedigende Mahlzeit.
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